Neue Anträge der WiSe 

 

 

 

 

 

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Unsere Straßen in der Altstadt…

...und deren einzigartige Pflasterung sind für die Einen als identitätsstiftendes Merkmal Bad Wimpfens unverzichtbar. Für die Anderen bedeutet das Pflaster beängstigend klappernde Fahrräder, bzw. die Verbannung aus der Innenstadt, weil es für Rollatoren oder Rollstühle quasi nicht befahrbar ist.

Den richtigen Weg zu finden, damit sich Gehbehinderte und Kopfsteinpflasterfans gleichermaßen in der Altstadt wohl fühlen und bewegen können, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. In der Neutorstraße hat man es versucht und ist nach Meinung vieler Wimpfener gescheitert.

 

Nun steht die Planung für den Weg vom Bahnhof über die Untere Hauptstraße, Langgasse, Feuerseegasse bis zur Mathildenbadstraße an.

Wir haben das große Glück, mit Frau Professor Dr. Flügel eine mit historischen Kenntnissen „vorbelastete“ und gleichzeitig sehr engagierte Mitbürgerin zu haben. Sie hat sich mit Zeit und Herzblut in das Thema dieser Strecke eingedacht und Lösungsvorschläge erarbeitet, die wir für sehr interessant halten.

Fazit   (Auszug des Berichtes )

Anliegen des hier gemachten Gestaltungsvorschlages ist es, zunächst für die Situation zu sensibilisieren, den Blick zu schärfen und letztendlich, eine schwierige Entscheidungsfindung zu erleichtern. Er akzeptiert einerseits die sich verändernde Mobilität einer sich verändernden Gesellschaft, er muss andererseits aber auch die Befindlichkeiten des gewachsenen historischen Bestandes, mithin den Anforderungen des Stadtbildes gerecht werden. Diese haben absolute Priorität.

Unter Stadtbild versteht man die Wirkung und Wahrnehmung eines urbanen Raumes. Dieser wird bestimmt durch die Gesamtheit seiner kulturellen und auch natürlichen, seiner historisch gewachsenen Bestandteile. Für die Gestaltung der Wimpfener Straßen und Plätze heißt dies: Verzicht auf gestalterische

Beliebigkeit, wie sie oft in modernistisch sein wollenden Konzepten anzutreffen ist, Verzicht auf Überformungen, die das historisch gewachsene Stadt- und Straßenbild verunstalten, es beliebig, austauschbar werden lassen. Straßen und Plätze mit ihren historisch geprägten Bestandteilen, Gliederungselementen und Raumbildungen verdeutlichen in besonderem Maße den geschichtlichen Werdegang eines Siedlungsgefüges. Straßenzüge haben einen enormen Zeugniswert, mithin einen 

enormen Erinnerungswert. Ein Wert, der niemals neu geschaffen werden kann. Es ist ein Wert, der wohl erst vermisst wird, wenn er nicht mehr vorhanden ist. Es ist aber auch ein Wert, den zu erhalten sich das Netzwerk „Cittàslow“, dem die Stadt Wimpfen beigetreten ist, auf die Fahnen geschrieben

hat, ein Wert, den zunehmend auch alle die hier zu finden hoffen, die unsere Stadt besuchen. (Der Tourismus ist für Wimpfen ein erheblicher Wirtschaftsfaktor, wir haben dies gerade in der Coronakrise erlebt, in der er vollkommen zum Erliegen gekommen ist und sich gegenwärtig nur langsam erholt). Zunehmend sucht der Tourist Orte, die die ästhetischen Aufenthaltsqualitäten des Besonderen, Anheimelnden bieten. Kopfsteinpflaster, gewachsene Straßenverläufe mit ihren

Krümmungen, Einengungen und Raumbildungen gehören dazu. Sie erst ermöglichen die Wohlfühlerlebnisse einer neuen Langsamkeit. Wimpfen soll weiterhin die Einzigartigkeit, die Intimität seines historischen Raumgefüges mit seinen Straßen und Plätzen als große Chance wahrnehmen, auch weit über Baden-Württemberg hinaus touristische Aufmerksamkeit zu erzielen und Anziehungskraft auszuüben. Sie ist unabdingbar für die Aufenthalts-, Erlebnis- und Lebensqualität unserer Stadt, die ihren Einwohnern ein identitätsstiftender Lebensort bleiben will.

 

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Gedanken zur Altstadtsanierung Straßen
Prof.Dr.Katharina Flügel aktuell.pdf
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Der verpackte Turm – die Zweite

Bestimmendes Thema in der Gemeinderatssitzung vom 23.07.20 war die Frage, ob der Blaue Turm im Winter 2020/21 erneut mit einer PVC-Folie „eingehaust“, also verpackt werden und die Außenmauer beheizt werden wird.

Alle Briefe mit Fragen zur Bürgerfragestunde bezogen sich auf diesen Tagesordnungspunkt und formulierten die Bitte an den Gemeinderat, diesen traurigen Schildbürgerstreich aus dem letzten Winter auf keinen Fall zu wiederholen.

 

Aber sogar die eindringlichen Appelle von jungen Briefeschreiberinnen, die verzweifelt verantwortliches Handeln für kommende Generationen einforderten, wurden in der Abstimmung ignoriert. Ebenso wie die Argumente aus den Grünen-Fraktion und der WiSe. Man mache es sich mit der Entscheidung nicht leicht, wurde von CDU, SPD und FDP festgestellt, aber hauptsächlich wegen der Lärmbelästigung für die Anwohner sei es nicht zumutbar, keine Winterbaustelle zu ermöglichen. Weitere Aussagen waren, dass bei einem Brasilien-Flug mit 5 Personen in einem vollbesetzten Flugzeug genauso viel CO2  anfallen würde wie bei der Einhausung, außerdem, dass es für die CO2 -Bilanz am schädlichsten sei, Kinder zu bekommen. Jeder müsse bei sich mit dem Umweltschutz anfangen.

Wir überlassen es jeder/m selbst, sein/ihr Leben zu gestalten – bei der Abstimmung über die Winterbaustelle tragen wir jedoch eine größerer Verantwortung, als bei der Entscheidung, keine Plastiktüte für den Kopfsalat zu kaufen. 

Was bedeutet das, diese „Winterbaustelle“? Ein Versuch, das, was uns irrsinnig erscheint, vernünftig darzustellen:

 

Die letzte Winterbaustelle 2019/20:

1. Mehrkosten für die Heizung von € 7.890 (für insgesamt 121.569 kWh)

    Begründung: „…Energieverlust infolge von Leckagen“ an der Folie – „…geringe        Präzision der Sensoren in den Heizlüftern“  – „…unterschätzt wurde der           

    Einfluss des Windes auf den Heizbedarf“   

    Dies sind Zitate aus der Stellungnahme des beauftragten Architekturbüros,      

    keine schlechten Witze

2. 43,5 Tonnen CO2  wurden in die Atmosphäre geblasen.

    Zum Vergleich: Beim „Stadtradeln“ haben die 212 Wimpfener Radelnden insgesamt 6 Tonnen Kohlendioxid  eingespart.

 

3. Gesamtkosten für das extra Gerüst, die Folie und die Heizung: € 51.500

 

4. Der vergangene Winter hat seinen Namen nicht verdient, weil es fast nie richtig kalt war. Wie werden die Heizkosten bei

    wochenlangen Minustemperaturen sein? Oder muss man den Bau dann womöglich einstellen, weil man das Mauerwerk nicht     

    auf 10°C halten kann? Wir dürfen gespannt sein…

 

Die geplante Winterbaustelle 2020/21

 

1. Viel weiter oben als im letzten Jahr muss die Folienverpackung angebracht werden und wird deshalb Wind und Regen von allen

   Seiten schutzlos ausgeliefert sein. Schon im Bereich, der von den umliegenden Gebäuden abgeschirmt  war, ist die Folie

   beschädigt worden (s.o.) – wie wird sich das in diesem Winter darstellen?

 

2. „Winterbaustelle“ ist NICHT gleich Bauzeitverkürzung! Da die Baustelle ja im Winter ruhen würde.

 

3. CO2 :

   Ausstoß muss VERMIEDEN werden, nicht verursacht und im Vorfeld und im Nachhinein bedauert – das bringt nichts!

   Zahlungen an „Atmosfair“ sind kein Freibrief. Die Organisation weist selbst darauf hin, dass sie nicht daran interessiert ist,   

   Ablasshandel wie im Mittelalter zu betreiben und nur eine Behelfslösung für nicht vermeidbaren Ausstoß darstellt.

   Im letzten Winter lag der Ausstoß durch die Beheizung bei 43,5 Tonnen – dass Herstellung und Entsorgung der PVC-Folie 

   ebenfalls CO2 -Ausstoß und große Umweltprobleme darstellen, ist in der Berechnung nicht berücksichtigt.

 

4. Die Anwohner und Rathaus-Mitarbeiter

   Ohne in einen „Gesprächs-Wettstreit“ treten zu wollen: Die Gespräche, die die WiSe mit Anwohnern geführt hat, haben nicht

   ergeben, dass die zweite Einhausung befürwortet wird, aber:

   Lärm ist schlimm und kann Menschen in den Wahnsinn treiben. Deshalb finden wir es nachvollziehbar, dass sich die Menschen

   rund um den Blauen Turm wünschen, dass der Krach endlich vorbei ist. Allerdings wäre ja mit einer Winterpause statt einer 

   Winterbaustelle für einige Monate Ruhe.

   Herr Brechter hat am 23.07.20 von einem offenen Rathausfenster aus 64,9 dB Lärm gemessen. Zusätzlich ist der „überfallartige“ 

   Lärm durch Bohrungen belastender als andauernder Lärm. Das stimmt. Und deshalb verstehen wir, weshalb sich seit inzwischen

   vier Jahren etliche Anwohner der Lidl-Baustelle  in ihrer Not ziemlich allein gelassen fühlen. (Siehe hierzu auch „Diehms

   Gedanken – Die Dritten“) Und wir hoffen, dass auch auf die Bedürfnisse der Anwohner im Landgraben eingegangen werden wird, 

   wenn hier das nächste Baugebiet entsteht…

 

5. Spenden

   Viele kleine und einige große Spenden sind für die Sanierung des Blauen Turms gesammelt worden, Kinder und Eltern haben 

   Kuchen gebacken und verkauft, viel „Rausgeld“ beim Einkaufen ist in die selbstgebastelten Papptürme gewandert – was sagen all

   diese Spender zu der Aktion? Sind sie damit einverstanden, dass ihre Spenden nun schon den zweiten Winter „verheizt“ werden?

 

6. Kosten

   Die finanziellen Auswirkungen sind für dieses Jahr mit € 97.000 veranschlagt.

   Mit dieser Investition wird der Kostenrahmen für die Sanierung bis zum Limit ausgeschöpft. Es darf also nichts Unerwartetes 

   passieren, dann muss zu den veranschlagten 6,2 Millionen Euro zusätzlich Geld investiert werden.

   Zur Erinnerung:

   Es handelt sich um ein sehr altes Bauwerk, schon jetzt stellt man sich die Frage, weshalb bestimmte Stellen der eingespritzten 

   Klebemasse nicht abbinden, andere hingegen schon. „Unerwartetes“ ist also recht wahrscheinlich.

   Bad Wimpfen hat in diesem Jahr eine Haushaltssperre – woher sollen wir denn das Geld nehmen, das wahrscheinlich zusätzlich 

   anfallen wird? Laufen wir nicht Gefahr, uns von Spende(r)n abhängig zu machen?

 

   Sie haben recht: Der Versuch einer vernünftigen Darstellung ist fehlgeschlagen. Und dabei haben wir noch nicht einmal erwähnt, 

   dass wir Mitte Juli die „Citta Slow“-Urkunde bekommen haben und als „Familiengerechte Kommune“ Generationengerechtigkeit   

   leben sollten.

 

Wahrscheinlich liegt es also in der Natur der Sache – Der Irrsinn kann nicht vernünftig erklärt werden…


Unsere Hinweise vor der Gemeinderatsitzung vom 23.07.2020

Obwohl sehr viele Bürger*innen im letzten Jahr deutlich gemacht haben, dass sie die Einhausung des Blauen Turmes und das Beheizen des äußeren Mauerwerks angesichts der Klimakatastrophe ablehnen, soll unser Wahrzeichen auch in diesem Winter wieder eingepackt werden.

 

Für die Gemeinderatssitzung am Donnerstag, den 23.07. wird folgender Beschlussvorschlag von der Stadtverwaltung vorgelegt:

 

„Dem Gemeinderat wird vorgeschlagen, auch im Winter 2020/2021 eine Winterbaustelle am Blauen Turm einzurichten und das Büro Strebewerk damit zu beauftragen, die notwendigen Vorarbeiten durchzuführen.“ Die Begründung unten im Download:

 

Wir haben im letzten Jahr dazu im Gemeinderat, im Austausch mit vielen Mitbürgern und auf dieser Homepage unsere Meinung gesagt. Nachdem damals weit mehr Heizstrom verbraucht wurde, als geplant und die Einhausung in diesem Winter noch weiter oben – also kälte- und windlastiger – sein wird, lehnen wir das Vorhaben auch jetzt strikt ab.

  

Wir sind interessiert an Ihrer Meinung! Schreiben Sie uns gerne an verkehrsentlastung-bw@gmx.de

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Stellungnahme zum Energieverbrauch Blauer Turm Einhausung
200420_BWBT_Stellungnahme_Energieverbrau
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Beschlussvorschlag zur erneuten Einhausung "Blauer Turm"
Bauzeitverkürzung Blauer Turm Beschlussv
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