Eine „Absichtserklärung“ zwischen der Stadt Bad Wimpfen und dem Land Baden-Württemberg ist am 20.07.23 vom Gemeinderat mit der Gegenstimme der WiSe verabschiedet worden.
Warum wir in diesem Fall nicht zustimmen konnten? Ganz von vorne:
Es ist ein Radschnellweg für Pendler vom Verkehrsministerium geplant. Der soll entlang der Neckaraue auf der falschen Seite verlaufen. Wie können wir das behaupten? Weil 40.000 Arbeitsplätze, Schulen und Hochschule und die komplette Bahn- und S-Bahnstrecke auf der anderen Seite sind. So einfach ist das, keine Quantenphysik, versteht jeder!
Nun wird aber wegen dieser „Absichtserklärung“ (warum, kommen wir unten noch dazu) ein Radschnellweg für Pendler so gebaut, dass
- zusätzlich für einige Millionen Brückenbauwerke erstellt werden müssen (weil die Arbeitnehmenden ja zu ihren Arbeitsplätzen
kommen müssen)
- man auf dem überwiegenden Teil der Strecke keine Beleuchtung hat
- der Verlauf im Hochwassergefahrengebiet liegt
- ein Schnellweg durch ein geplantes Naturschutzgebiet verläuft
Und das Ganze vermeintlich dafür, dass CO² eingespart werden soll. Dabei ist der CO²-Fußabdruck der meist 6,5 m breiten Strecke und der Brücken so groß, dass er nicht zu errechnen ist!
Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass es entlang der Neckaraue noch kleine Inseln ungestörten Artenlebens gibt. Noch…
Mit der „Absichtserklärung“ stellt Bad Wimpfen dem Land nun die Grundstücke bis zum Ende der Wimpfener Gemarkung (Höhe Yachthafen BFH) zur Bebauung mit dem Radschnellweg zur Verfügung. Durch diesen Verlauf über die Eisenbahnbrücke Richtung Bad Friedrichshall hinaus wird der weitere Verlauf auf der falschen Neckarseite festgelegt.
Dafür „prüft“ das Land (nachdem es den Vorschlag zuerst rundweg abgelehnt hat) ob die sog. Goldrandlösung – Radweg durch die Corneliastraße, Autos über den Talmarktparkplatz – eventuell und vielleicht und irgendwann Sinn machten könnte.
Also: Keine sichere Zusage für Bad Wimpfen, dafür ein Zementieren des unsinnigen Streckenverlaufs.
Man weiß, dass die WiSe nicht darin verharrt, sich zu beschweren, sondern lösungsorientiert denkt. So sind in Zusammenarbeit mit dem ADFC, den Grünen Neckarsulm und Bad Friedrichshall und der Agenda 21 HN Variantenvorschläge für die östliche Neckarseite ausgearbeitet worden. Im Vergleich nahezu keine zusätzlichen Versiegelungen, mögliche Ausleuchtung (und damit sichere Gestaltung) des Radweges und ein kleines anstatt drei bis vier monströse Brückenwerke.
Dafür, dass diese Varianten ernsthaft und in Abwägung aller auf uns Steuerzahler*innen und Bürger*innen zukommenden Kosten geprüft werden, werden wir uns weiter einsetzen!
Die uns betreffenden Teile des Vorschlags sind unten zu sehen. Bei Interesse kann gerne der gesamte Variantenverlauf eingesehen werden.
Sind wir naiv, weil wir zuverlässige, sinnvolle und verantwortungsbewusste Politik machen wollen? Und uns trauen, dies von einem GRÜNEN Verkehrsminister einzufordern? Wir finden nicht, dass das naiv ist, sondern genau die Art von Politik, die wir uns von allen Seiten wünschen!
Quelle Bilder: - RP Stuttgart, Referat 44, www.Hochwasser.baden-württemberg.de, Privat
Wir haben uns jahrelang dagegen eingesetzt. Leider vergeblich... Und deshalb wird nun, so wie bisher oft gegen jede Vernunft für den motorisierten Verkehr Naturräume platt gemacht wurden, am Neckarufer für den RadSCHNELLverkehr Landschaft zerstört.
Die Argumente dagegen werden nicht überflüssig, weil mit der der sog. Demonstrationsstrecke in Bad Wimpfen das Ganze besiegelt zu sein scheint, deshalb werden wir sie auch weiterhin benennen.
In aller Kürze:
Der Radschnellweg 3 (RS3) soll die Straßen entlasten, weil er für PendlerInnen den Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad attraktiver macht – nur dass die zu erreichenden Arbeitsplätze nicht auf der westlichen Neckarseite (wo der RS3 verläuft) liegen, sondern auf der östlichen Neckarseite.
Sämtlich ÖPNV-Haltestellen – Bus, S-Bahn, Bahn – sind auf der östlichen Neckarseite. Also nicht entlang des RS3. Erreichbarkeit des RS3 von den Haltestellen aus nur über große Umwege.
Im Juni 2024 war die komplette Fläche, auf der die Demonstrationsstrecke nun gebaut wird, von einem reißenden Fluss überschwemmt. Die Wahrscheinlichkeit solcher Hochwasser wird von Jahr zu Jahr größer.
Mit dem Bau des RS3 ist noch keine einzige anliegende Kommune über ein gutes Radwegenetz an den Schnellweg angebunden. Diese Anbindungen wären überflüssig, wenn eine Radschnellverbindung auf der östlichen Neckarseite erstellt würde.
Weil die Anbindung auch über den Fluss hin fehlt, muss sie über aufwendige Brückenbauwerke, bzw. Unterführungen hergestellt werden. Weiterer Flächenverbrauch, viel Geld und überflüssig, wenn es eine schnelle Radverbindung auf der östlichen Neckarseite gäbe.
Leider gibt es viele weitere Argumente gegen den nun im Bau befindlichen RS3. Und in all den Jahren, in denen wir uns auf vielen Ebenen darüber ausgetauscht haben, haben wir nicht ein überzeugendes Argument für den vorgesehenen Verlauf präsentiert bekommen.
Stuttgart 21, RS3 - Baden-Württemberg scheint ein Abo für nachgewiesen aberwitzige Verkehrsprojekte zu haben...
Wir bleiben auf jeden Fall weiter dran, hören zu, schauen hin und informieren. Gerne mit Deiner und Ihrer Unterstützung!
Am 06.07.21 am Neckartalradweg unterhalb der Eisenbahnbrücke Richtung Bad Friedrichshall waren vergnügte WiSes in zwei-Stunden-Schichten im Einsatz und hier ist das Ergebnis:
Von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends waren insgesamt 666 Räder unterwegs – hin und her, von Bad Wimpfen in Richtung Untereisesheim oder Bad Friedrichshall, von Bad Friedrichshall in Richtung Bad Wimpfen oder Untereisesheim und von Untereisesheim in Richtung Bad Wimpfen oder Bad Friedrichshall. Verwirrt? Kein Problem, die Tabellen, die das Ganze deutlich darstellen, sind weiter unten zu finden.
666 Fahrräder in zwölf Stunden sind im Durchschnitt 1,08 Räder pro Minute, an einem Werktag zur touristischen Hochsaison. Gezählt worden ist der CO²-arme Pendlerverkehr genauso wie der zwölfköpfige Kegelausflug aus NRW.
Wir nehmen mit:
Soweit unser bisheriges Ergebnis der Zählung.
Ein Kompromissvorschlag, der von der Stadtverwaltung mit dem Gemeinderat ausgearbeitet worden ist, wird zurzeit beim Regierungspräsidium geprüft.
Wir halten Sie auf dem Laufenden!
Wie viele Menschen fahren eigentlich auf dem Neckartal-Radweg? Von woher nach wohin? Und wie wirkt sich das Wetter auf die Frequentierung aus?
Einen Tag lang von 6 bis 18 Uhr haben wir im Schichtbetrieb unter der Eisenbahnbrücke Richtung Bad Friedrichshall den Verkehr auf dem Radweg entlang der Neckaraue beobachtet.
Wir haben Strichlisten geführt und gemerkt, dass man bei der Einteilung „Fußgänger – Radfahrer Kind – Radfahrer erwachsen“ aus drei verschiedenen Richtungen in jeweils zwei mögliche Richtungen immer ganz schön aufmerksam bleiben muss, um keine Fehler zu machen.
Von Sonnenschein über starker Wind bis Regen waren viele Wettersituationen dabei. Um Vergleichswerte zu haben, werden wir außerdem bei dauerhaft schlechtem Wetter, im Herbst, Winter und nächsten Frühling nochmal den Verkehr beobachten.
Das Ergebnis unserer Zählung am 06.07. wird zeitnah hier auf der Homepage veröffentlicht – einfach immer mal wieder reinschauen.
Am Donnerstag, 20.05. um 20.15 Uhr wurde über den geplanten Radschnellweg Bad Wimpfen - Heilbronn in „Zur Sache Baden-Württemberg“ im SWR-Fernsehen berichtet.
Einige WiSes und Tal-Bewohner sind zu ihrer Meinung über die Pläne des Verkehrsministeriums befragt worden. Verkehrsminister Winfried Hermann hat in der Sendung auch Stellung bezogen. Es ist ein interessanter Beitrag zu diesem wichtigen Thema entstanden – anschauen lohnt sich!
Bitte nur auf nebenstehendes Bild klicken

Ein Radschnellweg, der viele Pendler dazu bringen soll, regelmäßig vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen – klingt doch gut!
Ja, wenn das Ganze nicht entlang der Neckaraue geplant wäre, also einem Gebiet, in dem noch so etwas wie ein ökologisches Gleichgewicht herrscht und wo die Natur zumindest nachts und bei schlechtem Wetter ihre Ruhe hat.
Deshalb muss jetzt erst einmal ganz rational errechnet werden, ob die Errichtung eines Radschnellwegs unterm Strich sinnvoll ist. In einer Ökobilanz müssen die ökologischen Kosten, die durch den Bau entstehen, mit dem ökologischen Nutzen, der durch potentielle Mehr-Fahrten entsteht, gegengerechnet werden.
Wenn herauskommt, dass es sich für die Umwelt am Ende lohnt, dass der bestehende Radweg massiv ausgebaut, beleuchtet, im Winter gestreut und eine zusätzliche Brücke gebaut wird – dann ist es nur vernünftig, das Projekt zu unterstützen.
Wenn aber herauskommt, dass die Natur außer für den PKW-Verkehr jetzt auch noch für den Radverkehr kaputt gemacht wird, müssen Alternativen her.
Gut ausgebaute Radwege sind wichtig und wir WiSes setzen uns für den Ausbau des Radwegenetzes ein. Aber nur weil „Radweg“ drauf steht, macht es nicht automatisch auch Sinn…
Wir haben unsere Bedenken in einem Brief an Verkehrsminister Hermann formuliert, der hier einzusehen ist:
Ist die WiSe für den Erhalt der Schrittgeschwindigkeit in der Altstadt?
Auf jeden Fall!
Auch Fahrräder können in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sein.
Barrierefrei, Fußgänger-freundlich und sicher soll die Strecke sein. Deshalb plädieren wir für den Erhalt der Schrittgeschwindigkeit. Auch entlang der Langgasse und in Richtung Bahnhof.
Was meinen Sie? [email protected] ist die Adresse für Ihre Ansicht!
Die Mehrheit des Gemeinderates hat dafür gestimmt, in der Langgasse und in der Unteren Hauptstraße Tempo 20 einzuführen, also die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu erhöhen. Wir können der Begründung, dass dadurch der geplante Radweg erst Sinn macht, nicht folgen.
Bei der Unübersichtlichkeit der Straßen und der engen Wegeführung befürchten wir eine erhöhte Gefährdung aller Verkehrsteilnehmer, vor allem der Kinder. Die Erfahrung zeigt, dass Höchstgeschwindigkeiten überschritten werden (bei Tempo 10 liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 18 und 22 km/h), so wird es natürlich auch hier kommen. Außerdem befürchten wir erhöhten Umgehungsverkehr, wenn auf den Hauptverkehrsadern Stau ist.
Mit einer Reduktion der Höchstgeschwindigkeit gibt es mehr Sicherheit, weniger CO²-Ausstoss, weniger Lärm und Belagsschäden. Das weiß heute jeder.
Mit dem Umbau zur 20er-Zone mit Rad- und Gehwegeführung wird es auch eine Änderung der Oberflächenbeläge geben. Das bisher in weiten Teilen verlegte großformatige Kopfsteinpflaster wird im Bereich des Löwenbrunnenplatzes konzentriert. In den anderen Bereichen werden hauptsächlich Pflastersteine, die in Berlin ausgebaut und aufbereitet worden sind, zum Einsatz kommen (In der Musterverlegefläche auf dem Gehweg der Unteren Hauptstraße zu sehen – es sind die Steine, die außen in Richtung Stadt liegen).
Herr Wetzka, SPD, und „unser“ Hansi Diehm haben hierzu bei der öffentlichen Sitzung sehr überzeugend referiert, konnten aber leider bei der Mehrheit nicht durchdringen.
Rad Wimpfen – Ergebnisse der Umfrage
Vielen herzlichen Dank an alle Teilnehmer der WiSe-Umfrage zum Thema „Radfahren in Bad Wimpfen“! Fast alle brachten gute Vorschläge ein, um das Radfahren in Bad Wimpfen attraktiver zu machen.
Hier eine erste Zusammenfassung:
Überhaupt Radwege durch Bad Wimpfen zu haben, wäre ein positiver Schritt. Praktisch und gut durchdacht sollen sie sein, so dass das Radfahren wirklich zur attraktiven Alternativmöglichkeit wird. Hierbei wurde sowohl die Meinung vertreten, die Fahrbahn soll trotz dem Wunsch nach Radwegen für den KFZ-Verkehr nicht übermäßig verschmälert werden, als auch die Ansicht, dass der Automobilverkehr zugunsten von Radwegen weichen soll. Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen, LKW-Fahrverbote und ein autofreies Stadtgebiet wurden thematisiert. Gehwege teilweise auch für den Radverkehr freizugeben und entsprechend zu markieren war eine weitere Idee.
Der Wunsch, Rad- und Fußgängerverkehr auf dem Neckar-Radweg zu trennen, wird mit dem geplanten Radschnellweg zwischen Bad Wimpfen und Heilbronn wohl in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen. Radwege, die den Neckartalweg mit den Radwegen südlich und westlich der Stadt verbinden, erscheinen in diesem Zusammenhang logischer denn je. Vor allem ein Weg vom Tal hoch bzw. ins Tal wird von vielen gewünscht und der soll, wenn es geht, möglichst wenig steil sein!
Eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs liegt vielen Teilnehmern am Herzen. Nach einem praktikablen und bezahlbaren Plan für eine funktionierende Umgehung um Bad Wimpfen wird leider immer noch gesucht…
Stellplätze, wo das Fahrrad sicher abgeschlossen werden kann, war ein beliebter Vorschlag - auch mit Akku-Lademöglichkeit, zum Beispiel in der Nähe von Gastronomiebetrieben.
Eine Person, die häufig Rad fährt, äußerte die Meinung, dass das jeweilige, vom inneren Schweinehund geplagten Individuum und nicht die äußeren Gegebenheiten den Hauptgrund darstelle, warum lieber ins Auto als auf das Rad gestiegen wird. Ein weiterer Teilnehmer, der angab, täglich Rad zu fahren, sah ebenfalls keinen Änderungsbedarf.
Die Befragten haben die Situation für Radfahrer in Bad Wimpfen bewertet. Die Grafik zeigt, wie Punkte verteilt wurden von 10 (= super) bis 0 (= schlecht).