Hier melden sich die Gemeinderäte der WiSe ganz persönlich , die als Autoren

 

selbst für den Inhalt dieser Seite  verantwortlich sind.


Ist es zu fassen?

In der März-Gemeinderatsitzung ist der Antrag von Bündnis 90/Grüne und der WiSe, öffentliche Sitzungen online zu übertragen, von FDP, SPD und CDU abgelehnt worden. Zum Glück wird diese Form der Bürgerinformation aber in naher Zukunft normal sein – wie sich in der Debatte gezeigt hat, gibt es nämlich keine stichhaltigen Argumente dagegen.

Stellen wir uns mal vor, es ist gerade keine Pandemie. Dann gibt es trotzdem den Papa, der abends um acht seine Kinder ins Bett bringen will und sich gleichzeitig dafür interessiert, wie die Abstimmung zum Neubau der Schule läuft. Oder es gibt die alte Dame, die sich für Politik interessiert, aber schon Probleme hat, mit dem Rollator zur Apotheke zu kommen – ganz zu schweigen, vom Hin- und Rückweg zur Sitzung. Alleinerziehende, die nicht auch noch abends die Kinder betreuen lassen wollen; Jugendliche, die mit ganzen Werbeblöcken über politische Teilhabe erschlagen werden, aber über die von ihnen genutzten Medien genau nichts über die Kommunalpolitik erfahren. Undundund…

 

In Städten, die online-Übertragung anbieten, sind oft mehrere hundert Bürger dabei – Interesse ist also da.

Und in Bad Wimpfen? Da heißt es, dass es keinen Sinn macht, Inhalte der Stadtpolitik global zu verbreiten. Wie bitte? Warum nicht? Der Australier, der sich nicht für Bad Wimpfen interessiert, wird die Übertragung womöglich gar nicht erst anklicken. Dafür könnten Leute, die beruflich viel unterwegs sind, mitkriegen, wer wie über die Stadtentwicklung mitentscheidet. Oder liegt vielleicht genau hier das Problem? Außerdem: Die Homepage der Stadt ist auch in der ganzen Welt zu öffnen…

 

Zu teuer. Weil die Kosten in Tübingen so hoch sind. Das steht sogar in den amtlichen Bekanntmachungen im Heimatboten – echt jetzt? In Tübingen gibt es 40 Stadträt*innen - in Bad Wimpfen 18. Da werden nicht Äpfel mit Birnen verglichen, sondern missverständliche Daten verwendet. Das ist ärgerlich, vor allem, wenn solches Zahlenmaterial als Begründung für die Ablehnung einer von sehr vielen Einwohnern gewünschten Neuerung benutzt wird. In Bonndorf im Schwarzwald (ca. 7.000 Einwohner) wird die Übertragung übrigens von einem zurzeit unterbeschäftigten Veranstaltungstechniker organisiert, ohne Anschaffungskosten für die Stadt, sondern für eine monatliche Gebühr.  

 

Datenschutz ist das nächste Gegenargument. Das Landesdatenschutzgesetz würde „kaum überwindbare Hürden“ aufstellen, erklärt man uns im Heimatboten. Stimmt nicht, sagt Innenminister Strobl:

 

Land ermöglicht kommunale Gremiensitzungen als Videokonferenz: Baden-Württemberg.de (baden-wuerttemberg.de)

 

Im Mai 2020 wurde die Gemeindeordnung geändert, so dass die Übertragung ins Internet möglich ist. Oder setzt man voraus, dass sich die Gemeinden, die ihre Sitzungen online stellen, das illegal tun? Trotzdem sind Bedenken nachvollziehbar, wenn sich jemand nicht gerne in den neuen Medien aufhält und sehr sorgfältig mit den eigenen Daten umgeht – ABER NICHT, WENN STÄNDIG BILDER VON DER GANZEN FAMILIE ODER EINEM SELBST AUF ALLEN MÖGLICHEN KANÄLEN VERBREITET WERDEN! Jeder Beitrag auf Whatsapp, Facebook, whatever kann verfremdet werden, wenn jemand daran Interesse hat, dazu braucht es keine Sitzung des Gemeinderates…

 

Was spricht dann dagegen, sich mit der eigenen Meinung in öffentlichen Sitzungen digital zu zeigen? Worin liegt der Unterschied, wenn Bürger im Saal die Sitzung verfolgen? Ich finde mich auf dem Bildschirm zwar nicht wirklich toll, habe aber kein Problem damit, dass man hört und sieht, wozu ich mich wie äußere. Und wenn ich Mist sage und der wird von meinen Mitbürger*innen korrigiert, dann ist das gut so. Und wenn ich meine Meinung vertrete und werde aus der Bürgerschaft mit Gegenmeinungen konfrontiert, dann nennt sich das Austausch und gehört zur Demokratie.

Wenn Sie auch nicht verstehen, warum der Antrag abgelehnt worden ist, fragen Sie einfach nach - vielleicht können Sie es mir dann erklären…

 

Ihre und Eure Martina Burkert

 

 

Hier geht’s zur Mail, die wir vor der Sitzung an die Gemeinderäte und Herrn Bürgermeister Brechter geschickt haben:

 

 


DIEHMS GEDANKEN                                                 DIE sechsten

Ich brauch Pflaster…. Wirklich?

 

Es ging heiß her im Plenum und immerhin haben sich doch einige Wimpfener Bürger eingefunden, um dem Drama beizuwohnen, man würde es sonst nicht glauben, was da wieder beschlossen wurde.

 

Ein hochemotionales Thema, zurecht… zurecht?

 

Unserem guten, alten, historischen, unwiederbringlichen Pflaster soll es an den Kragen gehen… endlich, nach Meinung der Stadtoberen… das Zeug ist alt, oben ganz rund und man kann über das Pflaster schlecht laufen, fahren oder schlendern… deshalb war es die vielen Jahre zuvor auch immer so leer in der Stadt…

 

Ein neues Pflaster muss her, in der unteren Hauptstraße und der Langgasse zumindest, der Erfolg der Neutorstraße kann, nein MUSS wiederholt werden, diesmal aber alles anders und noch besser.

 

Der Grund für die Entfernung unseres Straßenpflasters soll der Radweg sein, der mitten durch die Stadt gehen soll. Wimpfen ist ja über die Landesgrenzen bekannt für seine Fahrradfreundlichkeit und so wundert es nicht, dass man lieber seine Identität aufgibt, als auf den Rad(-schnell-fahr-)Weg zu verzichten… einher geht das Ganze nämlich mit einer Erhöhung (!) der erlaubten Geschwindigkeit auf 20 km/h in der Langgasse und der unteren Hauptstraße.

 

Auch da ist Wimpfen wieder Vorreiter, während in der ganzen Republik die Städte die Geschwindigkeit drosseln, machen wir auf, von 7 auf 20 in einer Sitzung, das soll uns mal jemand nachmachen!  Natürlich kostet das auch was, die Fußgänger, die in der Stadt ja sowieso wegen des Pflasters nicht laufen können, werden nun nicht mehr den Vorrang haben vor rasenden Elektrobike-Rasern oder Autos… Schulkinder runter von der verkehrsberuhigten Straße, Platz da für den rollenden Verkehr. Und damit die Kollegen noch besser schnell fahren können, muss das Pflaster raus und durch glattes Pflaster ersetzt werden, das stört nur die neue Rekordjagd.

 

Man sollte sich ähnliches Vorgehen auch für den Steinweg überlegen, wenn die Lidl-Mitarbeiter kommen, macht es keinen Sinn mehr, nur mit 30 durch den Steinweg zu zuckeln, erhöhen wir auf 70, eine ähnliche Steigerung wie jetzt, dann fließt der Verkehr. Mensch und Tier - ach egal

 

Touristen, Einheimische - auch egal, der Radweg muss her und das Pflaster muss weg. Identität der Stadt? Kulturelles Erbe? Denkmalgeschützes Gesamtkunstwerk? Egal, oder, wie wurde kolportiert: das Pflaster wurde immer mal wieder erneuert und erweitert...JAAA…aber als  über Jahrhunderte gewachsene Struktur, die einen großen Anteil an der Attraktivität der Altstadt hat, was das Flair mit ausmacht in Wimpfen.

 

Nun durften die Ratsmitglieder aus 4 neuen Varianten auswählen, vom Typ Carport über Carport deluxe, bis hin zum gesägten, gebrauchen Pflaster aus Berlin.

 

Die beste, natürlichste, originalste und billigste Variation stand aber gar nicht zur Auswahl: Unser Wimpfener originales Kopfsteinpflaster, das durfte nicht gewählt werden. Weil man es nicht mehr will. Die Ratsmitglieder wurden so auf die 4 Varianten fokussiert und nachdem das gebrauchte Berliner Pflaster gewonnen hatte, fühlten sich die Meisten gut, hatte man doch die beste Variante gewählt…… der geneigte Leser merke etwas….

 

Nun ist es beschlossen, trotz vieler hoch vernünftiger Argumente von Herrn Wetzka, der eine hervorragende Analyse unseres Pflaster präsentiert hat und, das muss ich betonen, sich akkurat, richtig und mit viel Fingerspitzengefühl an das Thema herangearbeitet hat. Das Thema Altstadtpflaster ist hochemotional und so konnte ich in vielen Punkten Herrn Wetzka nur zustimmen.. aber vernünftige Argumente verfangen offensichtlich nicht in Wimpfen, ein Mitglied meinte sogar... „E-Bikes fahren halt schneller als 7 km/h deshalb sollen sie 20 in der Stadt fahren dürfen“… hmpf…

 

Für mich ist es ein Verbrechen an Wimpfen, den Menschen, die schon als Kind und Jugendliche hier ohne Probleme über das Pflaster gelaufen sind und allen Einwohnern, die die Stadt, so wie sie ist, lieben.

 

Radfahren ist eine Mobilitätsform der Zukunft, ja, außer es regnet, stürmt oder schneit natürlich und ich stehe voll und ganz hinter dem Ausbau von Radwegen. Ich finde es aber innigst falsch, der Radfahrerei einen höheren Stellenwert zuzubilligen als dem Erbe unserer Stadt. Jeder der hierherkommt, weiß, dass wir Pflastersteine haben, dass das Laufen, auch mit Rollator, etwas weniger einfach ist und die vielen anderen Kommunen, wie Rothenburg, Michelstadt oder Gengenbach haben mit ihrem Pflaster und den Radfahren keine Probleme... nur Wimpfen…hä?

 

Ich bin unendlich traurig, dass wieder, nach dem neuen Klotz am HSG, ein Stück unserer Geschichte, unserer Identität kaputt gemacht wird für einen Sinn, der es wirklich nicht wert ist… unwiederbringlich….

 

Sie kommen also, die Berliner, glatten Pflastersteine. Man sollte etwas Geld investieren und unter jedem Stein einen Lautspreche anbringen, der jedesmal, wenn man drauf tritt  „Ick bin ein Berlina“ abspielt. Dann wäre Disneyland fast perfekt. Die Steine sollen nämlich unser altes Pflaster „simulieren“  OMG

 

Bei vielen Gegenstimmen wurde die nächste Verschandelung der Stadt nun doch beschlossen. Armes Wimpfen! Man sollte sich dagegen wehren…

 

Ein Schmankerl noch: Die Strecke, die nun mit 20km/h ausgewiesen wird ist genau die Strecke, die für den autonomen Lidlbus geplant war. Der schafft 20 km in der Stunde und braucht einen ruhigen Untergrund…

 

In diesem Sinne

 

Hansjörg Diehm

(Pflasterliebhaber)


Anderer Umgang erwünscht

 

 

 

Vor der Haushaltsrede am 28.01.2021 hat sich Bettina Scheid-Mosbacher im Namen der WiSe-Fraktion kurz zum vergangenen Gemeinderatsjahr  geäußert. Was sie gesagt hat, ist hier nachzusehen und –hören.

 



Diehms gedanken                                                 die fünften

HSG - descensione enim prope est…

 

 

Ja, es geht um meine alte Schule und ... auch wenn ich kein Lateiner bin und ich definitiv nicht weiß, ob Dr. Google richtig übersetzt hat, musste ich diesen Satz an den Anfang meiner neusten Gedanken setzten, die diesmal sehr umfangreich sind!

Meine alte Schule, ach was kommen da schöne Gedanken in mir hoch, das waren Zeiten… nee, wirklich, ich bin gern auf die Schule gegangen, trotz aller Widrigkeiten, die das Schulleben so mit sich bringt, wie lernen und so… ich habe die Zeit genossen, mit vielen Freunden, vielen Mädels und all das…

Die Räume, die Klassenzimmer… dafür hatte man damals keinen Blick, da gab es Wichtigeres, was es zu beachten galt..

Wer am Donnerstag, dem 21.1.21 keine Zeit hatte in die öffentliche Sitzung des Gemeinderates zu kommen, dem muss ich sagen - das wäre besser gewesen als jeder Tatort, Realsatire live! Es geht um die Renovierung des HSG, das fällt nämlich zusammen, glaubt man den Aussagen der Protagonisten.

Oje, so schlimm? Steht gerade mal 400 (Kloster), 40 (Anbau) und 20 Jahre (Neubau) und alles Schrott?... Nein, nein, langsam, ganz so ist es nicht, es ging nur darum die Schule mit vielen, vielen Millionen Euro „noch“ attraktiver zu machen…

Doch der Reihe nach…

Tatsache ist, dass die Sicherheitsmaßstäbe, die ja gefühlt jedes Jahr von der Politik verschärft werden, nicht mehr so gegeben sind, wie es eigentlich sein sollte, Brandschutz, Fluchtwege, Barrierefreiheit….. da steht schon einiges an… und kostet Geld.

 

Dann fehlen die zeitgemäßen naturwissenschaftlichen Räume, Bio, Chemie, die in die Jahre gekommen seien und es fehlen rechnerisch 4 Klassenräume mit einer Gesamtfläche von 300 m für das erwartete zukünftige Schüleraufkommen …. da MUSS man was machen, heißt es aus voller Brust aus der Schulleitung… und da man die 300 m2 nirgends unterbringen kann, muss ein neues Gebäude mit über 1500m2  gebaut werden, dreistöckig… ja die Logik lässt grüßen und reizt zum Nachdenken.

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